Advent – Zeit zum Innehalten

Glaubenssache

Gabriele Kühnberg. Foto: privat
Gabriele Kühnberg. Foto: privat

Weihnachtsfeiern, Adventskonzerte, über Weihnachtsmärkte hetzen, und noch schnell Geschenke kaufen – gegen Ende des Jahres haben wir den Drang noch alles Mögliche erledigen zu müssen. Aus der Adventszeit – ursprünglich eine Fastenzeit und damit eine Zeit der Besinnung – wurde eine Zeit des Konsums und der Hektik. Der Advent, als Zeit der Stille und des Innehaltens ist vielen Menschen verloren gegangen.

Doch schon zum zweiten Mal, wird es in diesem Jahr kein „ genau so wie immer“ geben: Weihnachtsmärkte, Adventskonzerte, Weihnachtsfeiern alles eingeschränkt oder vielleicht gar nicht möglich. Durch die Corona -Pandemie werden manche teils liebgewonnen, teils aber auch stressigen Traditionen nur unter erschwerten Voraussetzungen oder gar nicht möglich sein.

Der Advent ist eine 4 wöchige Vorbereitungszeit auf Weihnachten, eine Zeit des Wartens und der Vorfreude. Advent kommt aus dem lateinischen und heißt „Ankunft“ – die Ankunft Gottes auf Erden.

In dieser stimmungsvollen Zeit des Jahres sollten wir innehalten und zum Nachdenken kommen. Loskommen von alten und festgefahrenen Gedanken, uns gedanklich neu ordnen, frei machen und zur inneren Ruhe – also zu uns selbst finden.

Die Tage im Dezember sind wunderbar und geheimnisvoll. Dämmerstunden mit gutem Essen und Kerzenlicht laden zu gemütlichen Wohlfühlmomenten ein. Die Adventszeit ist die Zeit der Lichter, der Gemütlichkeit und des Innehaltens.

Weihnachtsstimmung und innere Ruhe kann man nirgendwo kaufen. Sie will gefunden werden. Ich wünsche Ihnen den Mut zum Innehalten. Nehmen Sie sich bewusst ein wenig Zeit für sich und die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen.

Denn auch, wenn wir dieses Jahr wieder auf vieles verzichten müssen, können wir uns sicher sein, Weihnachten findet statt – Gott wird Mensch – trotz und vor allem ganz unabhängig von Corona.

Gabriele Kühnberg
Leitung der ev.-luth. Kindertagesstätte Pusteblume

Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

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