Großartiger Neustart

Glaubenssache

Kaplan David Bleckmann. Foto: privat
Kaplan David Bleckmann. Foto: privat

„The Great Reset“ – „Der große Neustart“. Dieses Wort geistert zurzeit immer wieder durch die Medien. Es geht zurück auf ein Buch von Klaus Schwab und Thierry Malleret: „Covid-19: Der große Umbruch“ (2020). Darin geht es um eine neue Wirtschaftsordnung, die nach der Pandemie einen gesellschaftlich gerechteren Neustart bewirken soll. Zugleich werden mit dem „Great Reset“ diverse Verschwörungstheorien verbunden, die von einer globalen Wirtschafts- und Finanzelite sprechen, die im Schatten der Pandemie die Gesellschaft neu starten möchte.

„Great Reset“ – daraus spricht das Bedürfnis oder vielleicht auch die Angst, noch einmal ganz von vorne anfangen zu können bzw. zu müssen. Aber geht das? Nein – und Ja! Wir Menschen haben eine Geschichte, die wir nicht rückgängig machen können. Wir können die schönen Momente nicht wiederbeleben und die schlechten nicht ungeschehen machen. Und doch auch Ja: Wir Christen glauben an die Kraft der Vergebung. Jesus Christus hat durch seine Geburt, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung einen großartigen Neustart für uns Menschen ermöglicht. Kein Schwamm drüber – aber ein Reset mit unserer Geschichte. Ein Neustart im Hinblick auf unsere Schuld. Gott selbst ermöglicht ihn mir. Mit einem Gott, der mein Leben geteilt hat und teilt, der mein Leben in seinen Händen birgt, kann ich jeden Tag neu starten. Der Auferstandene zeigt es: die Wunden sind nicht vergessen, aber sie leuchten in einem neuen Licht. Es ist das Licht des Ostermorgens.

Aber das ist dann ein anderer Neustart. Keine Verschwörung. Ein Neustart, der keine leeren Versprechungen vom schnellen Erfolg und oberflächlichem Friede-Freude-Eierkuchen macht, sondern von einer tiefen Liebe spricht, einem Mitleiden und von dem, was wir Christen Erlösung nennen.

Kaplan David Bleckmann
Katholische Pfarrei St. Nikolaus, Burgdorf

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“

Die Kolumne erscheint jeweils samstags im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen und Religionsgemeinschaften schreiben Beiträge aus ihren Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie zeitaktuell gerade beschäftigt.

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