Grund zur Hoffnung

Glaubenssache

Uta Blohm. Foto: privat
Uta Blohm. Foto: privat

Es ist Licht zu sehen am Ende des Tunnels. Es gibt Impfungen. Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurden so schnell Impfungen gegen eine neue gefährliche Krankheit entwickelt. Das vergessen wir vielleicht manchmal jetzt im Streit um Impfreihenfolge, Bürokratie und angemessene oder unangemessene Lockerungen. Für viele Menschen war es eine schwere Zeit. „Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht.“ (Psalm 42, Vers 4) So heißt es etwas altmodisch in einem biblischen Gebet. In der Mitte der Bibel finden sich Gebete und Lieder, die Menschen in früheren Zeiten Worte für ihre Gefühle gegeben haben. Manchmal ist das so, dass wir in ein ganz tiefes Loch fallen. Das ist manchen Menschen in der Pandemie so ergangen. Die Tränen ließen sich nicht aufhalten. Es gibt Tränen, die hilfreich sind. Doch manchmal können Tränen überwältigend sein: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott zu dir. Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott.“ (Psalm 42, Vers 3). So kann sich die Sehnsucht einer Seele nach Heilung anfühlen. Als moderne Menschen formulieren wir unsere Sehnsucht oft nicht mehr als Sehnsucht nach Gott. Ein Gebet sprechen manche Menschen vielleicht doch. Es wird dauern bis die Wunden der Pandemie heilen. Trauer braucht Zeit. Erzählen braucht Zeit. Einander zuhören braucht Zeit. „Harre auf Gott. Denn ich werde Gott noch danken.“ (Psalm 42, 12) So haben Menschen in früheren Zeiten einander Mut gemacht. Können wir schon danken ?

Pastorin Dr. Uta Blohm
Krankenhausseelsorge

„Glaubenssache - Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.

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