Krippenschau in Hänigsen

Ehrenamtliche richten vier Krippenlandschaften her

„An ein Weihnachtsfest ohne Krippe kann ich mich nicht erinnern“, sagt der zehnjährige Elias Then. Das ist kein Wunder, denn sein Vater Alfred ist Krippenbauer aus Leidenschaft. Als gebürtiger Bamberger kennt er sich mit Krippen aus. Denn Bamberg ist so etwas wie die fränkische Krippenhauptstadt. Wenn Alfred Then über Krippen spricht, kommt er ins Schwärmen: „Krippen sind vielfältig. Manche haben in einer Walnussschale Platz, andere nehmen halbe Kirchräume ein. Aber in jeder Krippe liegt ein Schatz vergraben. Er heißt: Friede und Freude“, sagt er.

In Hänigsen stellt er zwei seiner Krippen im Gemeindehaus aus. Natürlich hilft Elias beim Aufbau. Aber die beiden sind nicht allein. Denn in Rolf-Peter und Claus-Wilhelm Brandes fand Alfred Then im vergangenen Jahr Verbündete in Sachen „Krippe“.

Die beiden Brandes-Brüder kamen erstmals im Advent 2020 auf die Idee einer Krippenschau in den Fenstern des Hänigser Gemeindehauses. „Damals“, erinnert sich Rolf-Peter Brandes, „war aufgrund der Coronalage der Zugang zu Kirchräumen reglementiert. Da hatten wir den Einfall, die Krippe so zu zeigen, dass man dazu nicht in einen geschlossen Raum muss.“ Diese Idee schlug ein. Kindergartengruppen und Schulklassen kamen schon vormittags um die Hänigser Krippe zu bestaunen, am Nachmittag machten sich Großeltern und Enkelkinder oder ganze Familien auf.

„Es war großartig zu erleben, wie Eltern oder Großeltern begannen, den Kindern die Weihnachtsgeschichte zu erzählen“, sagt Pastor Steffen Lahmann, der mit seiner Familie im benachbarten Pfarrhaus wohnt.

Durch eine Zustiftung in Form einer Dauerleihgabe von Familie Rickel aus Burgdorf konnte im Advent 2021 dann zusätzlich noch eine Originalkrippe aus einer Kunstschnitzerei in Oberammergau gezeigt werden. Den Konfirmandinnen der Kirchengemeinde fiel allerdings sofort auf, dass außer Maria nur Männer an der Krippe versammelt waren. „Deshalb haben wir die Oberammergauer Krippe in diesem Jahr noch durch weibliche Figuren ergänzt, um die Frauenquote zu erhöhen“, erläutert Claus-Wilhelm Brandes.

Mit den Krippen von Alfred Then werden in diesem Jahr insgesamt vier Krippen in den Fenstern des ‚Hauses der Begegnung‘ (An der Kirche 2, Hänigsen) präsentiert und können dort bis zum 6. Januar bestaunt werden. „Da wir im Zuge der Energiesparmaßnahmen alles auf LED-Lichter umgestellt haben, haben wir ein gutes Gewissen, wenn wir die Krippenlandschaften nachmittags und abends in der Zeit zwischen 16 Uhr und 21 Uhr beleuchten“, sagt Rolf-Peter Brandes schmunzelnd. „Das Wichtigste aber ist, dass die Betrachter der Krippen Freude haben“, sind sich die Hänigser Krippenbauer einig.

Krippenbauer unter sich:

Rolf-Peter Brandes (v. l.), Claus-Wilhem Brandes, Elias und Alfred Then

Im Hintergrund entsteht die Krippenlandschaft

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